Simpel ist nicht einfach

Gesundes Wild
From Nose to Tail
BBQ und Outdoorküche

Wahrheiten sind simpel. Zum Beispiel diese: Wir mögen keine Massentierhaltung. Und mit dieser Meinung sind wir wohl nicht allein. Um etwas zu bewirken, reicht es aber nicht, „dagegen“ zu sein. Es braucht Entscheidungen, Ideen oder Alter­nativen.

Manche lösen das Dilemma, indem sie komplett auf Fleisch verzichten. Im Sinne der Fragestellung sicher eine passende Lösung. Nur nicht für uns – denn wir essen gern Fleisch. Unser Vorschlag ist, sich wieder (zurück)zubesinnen auf das, was vor dem eingschweißten Schnitzel im Supermarktregal war: Das ganze Tier. Wer es schlachtet, um es zu essen, sollte mehr kennen als nur Schnitzel, Rücken und Nackensteak. Für jedes Schnitzel, was in der Auslage liegt, muss es irgendwo auch den Rest vom Tier geben. Der wird in unserer Küche zunehmend weniger verarbeitet. Nach Wurst und Hundefutter bleibt dann leider einiges übrig, was weggeworfen wird.

Die Welt titelte bereits 2012: „20 Millionen Schweine landen pro Jahr im Müll“. In Deutschland. Damit sind natürlich nicht 20 Millionen ganze Schweine gemeint. Das sind eben – unter anderem – diese Reste, die entstehen, weil der Ladenpreis für Fleisch extrem niedrig geworden ist.

Wir schlagen also vor: Beginnen wir wieder damit, das ganze Tier zu verwerten. Sehen wir hinter dem Steak das Lebewesen, das wir achten.

Im Gegensatz zu Mastvieh kann Weidevieh und noch viel mehr das Wild bis zu seinem Tod ein natürliches und würdiges Leben führen. Die Ernährung ist natürlich und nicht voller Antibiotika, die Lebensweise in Herde oder Rotte ebenso. Vom Jäger oder aus dem Wildfleischhandel kann man ganze Stücke beziehen. Es schadet nicht, seinem Essen einmal „in die Augen zu sehen“. Das bedeutet nicht, dass jeder jetzt lernen muss, wie man ein Tier komplett zerlegt – wie so oft im Leben wird es reichen, wenn man jemanden kennt, der das kann. Wichtig ist in unseren Augen, sich zu vergegenwärtigen, was man da isst. Welches Fleisch sitzt wo? Was eignet sich für welche Garmethode?

Aus diesen Überlegungen heraus entstand das „Wild Kitchen“-Projekt. Wir sammeln Ideen und Erfahrungen rund um die Küche mit Wild. Fernab vom allseits bekannten Hirschbraten mit Wacholderbeeren, dessen Geschmack so mancher bei der Erwähnung des Wortes „Wild“ sofort auf der Zunge hat. Und natürlich geht es immer auch um die Frage, wie man das besonders lecker zubereitet. BBQ-Grill und Smoker, DutchOven und Drehspieß sind dabei unsere Geräte. Back to the roots.

Unter der Flagge des Wild Kitchen Projects treffen sich die einzelnen Teams (und immer wieder Gäste) seit 2015 regelmässig zum gemeinsamen Arbeiten, Ausprobieren und  Erfahrungsaustausch am Feuer und am Grill. Oft ist ein Fotoapparat dabei, und wir schreiben auf, was wir gemacht haben. Ende 2016 erschien – dank der Unterstützung unserer Sponsoren – unser erstes Wild-Kochbuch speziell für die Outdoorküche, welches auf Anhieb eine umwerfende Resonanz fand. Nicht nur bei Jägern, BBQ-Fans und Outdoorfreunden, auch bei vielen interessierten Hobbyköchen fand unser Buch so großen Zuspruch, dass wir nicht nur einen Buchpreis verliehen bekamen (Jagdbuch des Jahres 2016, 3. Platz in der Kategorie Sachbuch), sondern bereits eine zweite Auflage drucken konnten.

Gleichzeitig erreichten uns viele Anfragen zu Kursen, weshalb einige Teams seit 2017 Wild-Kitchen-Kurse anbieten. Da wir alle aus verschiedenen Regionen Deutschlands kommen, ist dieses Angebot mittlerweile regional breiter aufgestellt.

Nachdem unser erstes Buch solch einen Erfolg hatte, sahen sich die Projekt-Teams angespornt, ihren Weg weiter zu verfolgen. Es gibt also ein zweites Buch. Wieder dreht sich alles um die Outdoorküche in ihren vielen Facetten.

Gerade die Herkunft des Fleisches ist in den Augen der Autoren weit mehr als nur „Geschmacks­sache“. Während im ersten Band vor allem das Wild über der Flamme brutzelt, schauen die Teams neben der Faszination Wildbret nun ab und zu sprichwörtlich über den Tellerrand, denn von der Wildsau bis zum artgerecht gehaltenen Weideschwein ist es für die Lebensqualität der Tiere ein geringer Unterschied.

Unter dem Motto „from nose to tail“ werden alte Rezepte neu interpretiert und Grillklassiker auf andere Tier­arten übertragen. Wie wäre es also mit T-Bone-Steak vom Hirsch, Fleisch­käse aus Wildbret oder der guten alten Ochsenschwanzsuppe aus dem Dutch Oven?

Noch mehr vom Wild Kitchen Project

Die aktuellsten Infos findet ihr auf unserer Facebook-Seite.

Auch auf unserem Youtube-Channel sind bereits ein paar Videos versammelt. Wir freuen uns riesig über Feedback.

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